Basti - Vom Drogendealer zum Christ

Mein Name ist Sebastian, ich bin 35 Jahre alt und in Berlin aufgewachsen. Mit 15 fing ich an Marihuana zu rauchen und mit 17 Jahren konsumierte ich bereits Kokain, Speed, LSD, Extasy und Alkohol – in nicht geringen Mengen. Ich fing mit Autodiebstählen an und machte mit Betrug, Überfällen, Einbruch, Schmuggel, Dealerei und Körperverletzung weiter. Mehrere Aufenthalte in Untersuchungshaft – führten jedoch nie über eine Bewährungsstrafe von zwei Jahren hinaus. Ich brach zwei Lehren als Polizist und Koch ab. Einer Haftstrafe wegen Btmg-Verstoß konnte ich entgehen, weil ich mich freiwillig für vier Jahre zur Fallschirmjägertruppe bei der Bundeswehr meldete. Dort wurde ich mit 19 Jahren, in den ersten Einsatz der Bundeswehr nach dem 2. Weltkrieg, nach Somalia in einen Rebellenkrieg verschickt. Ich verdiente in den sechs Monaten knapp 50.000 DM, die ich nach diesem Einsatz sofort für Drogen und Prostituierte ausgab.

Danach arbeitete ich als Barkeeper in der Berliner Szene und auf Baustellen in den Bereichen: Trockenbau, Abriss und Gerüstbau. Ebenso war ich als Transportunternehmer tätig und fuhr auch Umzüge und dergleichen. Ich versuchte immer wieder hochzukommen und ein normales, drogenfreies Leben zu führen. Ich versuchte mein Glück fast in allen Bereichen und arbeitete sogar in einer Detektei als Detektiv, besetzt mit Ex-Polizisten. Ich versuchte, alles daran zu setzen, Kontinuierlichkeit in mein Leben zu bekommen. Der Feind wusste genau, wie er mir zuzusetzen hatte. Drogen waren die einzige Kontinuierlichkeit in meinem Leben. Mit 28 Jahren war es dann endlich so weit. Ich brach aus meinem Leben aus und entschloss mich, einem alten Traum von mir nachzugehen. Ich ging zur Fremdenlegion, bei der ich schon mal, während meiner Militärzeit, eine spezielle Ausbildung genoss und abschloss. Als ich jedoch dort ankam, musste ich aufgrund eines Vorfalls auch dieses Vorhaben, mittendrin wieder abbrechen. Ich begab mich nach Spanien an die Costa Brava und arbeitete dort als Türsteher für eine Diskothek. Wieder waren Gewalt, Drogen, Sex und Alkohol an der Tagesordnung.

Nun versuchte ich nach L.A. zu meiner Mutter zu gelangen, um sie zu besuchen. Mein Flugticket musste ich mir selbst erarbeiten, was sich aufgrund meines Kokainproblems, als fast unmöglich herausstellte, da ich mein ganzes verdientes Geld für Kokain ausgab. Als ich mal wieder mit meiner Mutter telefonierte, erzählte sie mir von Jesus und dass ich es doch mal mit Gebet versuchen sollte. Ich war zu dem Zeitpunkt sehr krank, weil ich unregelmäßig aß, falls überhaupt – kaum schlief und nur arbeitete. Dazu kam der Konsum. Wütend über ihre Äußerung vom Gebet und Jesus, beleidigte ich Gott und ihren Glauben. Doch durch meine Verzweiflung betete ich noch am selben Abend auf Knien in meinem Hotelzimmer, groß wie eine Gefängniszelle und bat Gott, mir zu helfen, falls es ihn geben würde. Am nächsten Tag war ich wieder gesund und trotz meines Konsums, gelang es mir einen Monat später, nach L.A. zu fliegen.

Meine Mutter lebt dort mit ihrem neuen Ehemann, ebenfalls aus Berlin, der sich als Moslem und Wissenschaftler (zwei Gründe, die dagegen sprechen, Christ zu werden), bekehrte und nun das Evangelium predigt. Ich mochte ihn nie besonders und wir hatten aufgrund unserer Verschiedenheit, auch nie das Bedürfnis, uns näher zu kommen. Doch diesmal wirkte der Heilige Geist, denn es wurde drei Jahre lang in der Bibelgruppe und der hiesigen Gemeinde in L.A. für meine Bekehrung gebetet. Wir unterhielten uns ca. drei Tage und Nächte über Jesus und ich bekehrte mich am 3. Tag. Ab da hörte ich auf zu rauchen, trinken und Drogen zu konsumieren. Auch hatte ich keinen Entzug, obwohl ich zu dem Zeitpunkt 15 Jahre lang Kokain konsumierte.

Ich beschloss, zurück nach Berlin zu fliegen, um dort offen stehende Rechnungen zu begleichen, da das meine Pflicht als Christ war. Ich rutschte wieder ab und flog zurück nach L.A. Insgesamt flog ich in zwei Jahren 3x nach Berlin, um frei zu werden von Schulden und 3x wieder zurück nach L.A., um dort wieder mal zu rehabilitieren. Doch beim letzten Mal schämte ich mich vor meinen Eltern und log ihnen meinen Erfolg als Christ vor. Meine Bibelgruppe in Deutschland versuchte, mich zu einer christlichen Therapie zu überreden, die jedoch ausgeschlossen für mich war.

  1. Hätte ich es meinen Eltern gestehen müssen

  2. meinen Job und meine Wohnung aufgeben müssen

  3. meine Freundin verlassen, und

  4. wäre mein Traum, auf eine Bibelschule in Südamerika zu gehen, in Luft aufgelöst.

Ich wollte so schnell wie möglich als Missionar aufs Erntefeld Gottes. Ich dachte, dass der Drogenkonsum dort ferner von mir wäre, doch jeder erfahrene Konsument weiß, dass man als solcher, immer und überall Drogen bekommt – und als drogensüchtiger Missionar hätte mir in jedem Fall die Vollmacht vom Herrn gefehlt. Als wir unseren Bibelabend beendeten und ich meine Brüder hinunter begleitete, stand für mich fest, keine Therapie zu beginnen.

Als ich jedoch wieder in die Wohnung eintrat, überfiel mich ein Gefühl, das ich kaum beschreiben kann. Ich bekam Gänsehaut im Nacken, konnte meinen Blick nicht mehr vom Telefon lassen und unter Tränen trat eine Traurigkeit ein, die ich nur als Ungehorsam und Widerspenstigkeit und Lüge gegenüber Gott, beschreiben kann. Bevor ich mich versah, hatte ich auch schon das Telefon in der Hand und rief meine Mutter an. Unter Tränen beichtete ich ihr all meine Lügen, doch sie verhielt sich genauso, wie es meine Brüder, die sie ja nicht einmal kennen, aber wissen dass sie eine Tochter Gottes ist, mir voraussagten. Sie vergab mir, wie es eine liebende Mutter nur tun kann. Zu guter letzt kamen wir auf das Thema „Wiedenhof“ zu sprechen. Ich erzählte ihr von dem Kontakt zu Jörg und dass er mich dorthin bringen könnte. Da meine Mutter, aufgrund der vielen Sekten in Deutschland, sehr skeptisch gegenüber solchen Einrichtungen ist, verabredeten wir uns telefonisch für den nächsten Tag, um zuvor darüber unabhängig von einander zu beten und Informationen einzuholen. Am nächsten Tag besuchte ich Jörg und Pia bei „Zukunft für DICH e.V.“ und informierte mich. Ich war sofort überzeugt, dass diese Therapie die Richtige für mich sei. Auf dem Heimweg betete ich zum Heiligen Geist und bat ihn darum, auch meine Mutter von der Therapie zu überzeugen. Meine Mutter hat, seit dem sie Christin ist, einen sehr guten Draht zum Heiligen Geist und deshalb sind mir ihre Entscheidungen, seitdem ich selber Christ geworden bin, sehr wichtig. Als ich meine Mutter drei Stunden später anrief, erzählte ich ihr von meinem Gebet und sie teilte mir unter Tränen mit, dass sie im Gebet drei Stunden zuvor die Zustimmung vom Heiligen Geist, bezüglich der Therapie im „Wiedenhof“ bekommen habe.

Noch am selben Tag kündigte ich meinen Job, packte meinen ganzen Haushalt zusammen und war am nächsten Morgen bereit zur Abfahrt zur Entgiftung für vorerst vier Wochen nach Pforzheim auf einen Bauerhof. Danach war ich für 2 Jahre in Lüdenscheid im Haus Wiedenhof zur christlichen Therapie und Nachsorge. Heute lebe ich wieder in der Nähe von Berlin, bin verheiratet und arbeite als Koch in einem Restaurant. Ich bin Gott von Herzen dankbar, dass ER mich in all den Jahren nicht los gelassen hat, wo ich doch so oft meine eigenen Wege gegangen bin. Doch nun möchte ich immer von Gott mein Herz verändern lassen und ihm 100 % nachfolgen!

Basti