Zeugnis von Burcu Türkan

Burcu

Mit diesem Zeugnis möchte ich euch an meinem Leben teilhaben lassen und euch berichten, wie ich zum Glauben an Jesus Christus gekommen bin.

Geboren bin ich 1985 in Lübeck, Schleswig Holstein. Durch einen tragischen Autounfall verlor ich als junges Mädchen im Alter von sechs Jahren meine Mutter und meinen ältesten Bruder. Ich ließ niemanden meine Trauer anmerken, versuchte immer stark zu sein. Als ich dann mit sieben Jahren in die Schule kam, war unser Vater arbeitsmäßig schon seit längerer Zeit sehr eingespannt, dadurch sahen mein Bruder und ich ihn meistens nur sehr selten. Oft hatten wir nicht genügend Essen im Haus.

Die letzte Ration an vorhandenen Lebensmitteln wurde durch Schlägereien ausgemacht und dem zuteil, der bei diesen Prügeleien überlegener war. Mit dreizehn Jahren war ich allmählich so heftig Depressionen verfallen, dass ich keine Lust mehr am Leben hatte. Ich dachte, `das kann doch nicht alles sein im Leben: keine Liebe, keine Zärtlichkeit, keine Freude, nur Kummer, Isolation und Einsamkeit.´ Das Gefühl, von meinem Vater, nicht geliebt zu werden, machte mir dabei am meisten zu schaffen. Zu dieser Zeit spielte ich oft mit den Gedanken, Selbstmord zu begehen, aber irgendwas hielt mich jedes Mal zurück. Eines Tages fuhr mein Vater mit mir zum Jugendamt. Er wollte, dass ich meiner zuständigen Sachbearbeiterin erzähle, was in mir vorging. Mir kam das wie gerufen und ich verspürte in mir eine gewisse Freude und Hoffnung, dass sich nun alles bessern würde. Innerhalb von drei Tagen berichtete ich ihnen alles. Sie rieten mir, ins Heim zu gehen. Daraufhin wurde mein Vater so wütend, dass er mir sagte, er wolle mich nie wieder sehen, ansonsten würde er mich abstechen… Er brach in Tränen aus und ging fort. Ich verbrachte drei Monate in einem Auffanghaus und machte dort bereits nach wenigen Wochen meine ersten Erfahrungen mit Drogen. Der Drogenkonsum ließ mich zudem viele negative Erfahrungen, unter denen ich viele Jahre litt, für eine kurze Zeit vergessen. Nach Ablauf von drei Monaten kam ich schließlich in eine WG. Zu diesem Zeitpunkt war ich bereits völlig drogenabhängig. Von diesem Zeitpunkt an baute ich völlig ab. Mein Tagesablauf wurde durch den Drogenkonsum bestimmt. Ich wurde kriminell, um das Geld für die allmählich ansteigende Konsummenge aufzubringen. Parallel war ich stets auf der Suche nach innerlichem Frieden und meinte, dies in Drogen finden zu können. In nur fünf Monaten verringerte sich mein Körpergewicht um mehr als 30 kg und ich schwänzte täglich die Schule. Durch die schlechten Erfahrungen mit meinem Vater und die geringfügig erfahrene Liebe vonseiten meiner Mutter, suchte ich schließlich mein Lebensglück in einer gleichgeschlechtlichen Beziehung mit einem 18-jährigem Mädchen.

Sie nahm Heroin und nach einiger Zeit nahm ich ebenfalls dieses Rauschgift, um mich an sie zu binden. Ich dachte, in ihr hätte meine Suche nach dem Sinn des Lebens ein Ende und ich wollte das nicht verlieren. Ich habe lange gebraucht, um herauszufinden, dass ich damit einem Irrtum unterliege. Von nun an ging alles sehr schnell. Das Heroin hatte mich in der Hand. Von da an glitt ich endgültig in eine Krise. Mir war schnell alles gleichgültig, so sah ich nur noch einen einzigen Ausweg. Ich wollte mir anhand einer Heroin-Überdosis zusammen mit meiner Partnerin das Leben nehmen. Alles war vorbereitet…. Wir nahmen viele verschiedene Drogen, um uns damit Mut anzuschaffen, unseren Plan umzusetzen und meinten es beide bitter ernst. Ungefähr zehn Minuten vor der geplanten Überdosis wurde ich von einer plötzlichen Müdigkeit überfallen und schlief ein. Noch in der selben Nacht wachte ich auf und realisierte schockiert, dass ich noch am Leben war. Verzweifelt suchte ich nach der Spritze, um mir endgültig den Goldenen Schuss zu setzen, doch sie war nicht mehr auffindbar. Wie ich später erfuhr, hatte sie ein Freund von mir beseitigt.

Kurze Zeit darauf traf ich meinen Bruder wieder, der inzwischen bei einer Pflegefamilie wohnte und Christ geworden war. Ich war total erstaunt, wie sich mein Bruder verändert hatte, doch auch nach diesem ereignisreichen Treffen setzte ich mein Leben wie gewohnt fort. Doch der Gedanke über die Veränderung meines Bruders ging mir nicht aus dem Kopf. Immer wieder musste ich daran denken, wie sehr er ein anderer und viel liebenswerterer Mensch geworden war. Dann wurde mir klar: Wenn Jesus ihm helfen konnte, kann er es bei mir auch. Durch meinen Bruder und seine Pflegemutter lernte ich Jörg & Pia von Zukunft für DICH e.V. kennen und machte mit Pia einen kalten Drogenentzug bei einer befreundeten Familie von ihnen. Dort erlebte ich zum ersten Mal Jesus´ Eingreifen, indem er mich von allen sonst so bekannten Begleitsymptomen während der Drogenentwöhnung bewahrte. Ich hatte keinerlei Schmerzen und Krämpfe, was normalerweise sehr ungewöhnlich ist. Das wiederum verstärkte in mir den Beschluss, mich Jesus völlig anzuvertrauen. Schon am nächsten Tagen gab ich JESUS mein verkorkstes Leben hin und bat ihm um seine Hilfe und darum, mich zu verändern. Eins meiner ersten Gebete war außerdem die Bitte, einen christlichen Therapieplatz zu finden, wo ich mich wohl fühle und diesmal auch ohne Rückfälle erfolgreich durchstehe. Keine zwei Wochen später begann ich eine Langzeit-Therapie auf dem Eyckmannshof in der Nähe von Essen.

Noch immer bin ich hier und fühle mich sehr wohl. Ich brauchte ca. 8 Monate, um völlig mit dem alten Leben abzuschließen. Am 25. März 2007 ließ ich mich taufen, um ganze Sache mit Jesus zu machen. Meine Suche hat nun endlich ein Ende gefunden. Alles, wonach ich mich immer gesehnt hatte, fand ich in meinem Glauben an Jesus. Er gibt mir Kraft, bedingungslose Liebe und einen festen Halt im Leben. Mein Herz wird immer mehr von seiner Gegenwart ausgefüllt. Während meiner Zeit hier blieb ich stets dran im Gebet. So bat ich Jesus beispielsweise, um einen erneuten Kontakt mit meinem Vater, von dem ich bereits sechs Jahre lang kaum etwas gehört hatte. Ich schrieb ihm einen Brief, worauf er noch am selben Tag nach Erhalt meines Schreibens anrief. Er brach in Tränen aus, als wir uns unterhielten, so erleichtert war er, wieder von mir zu hören. Wir telefonieren nun regelmäßig miteinander und merken beide, wie unsere Beziehung zueinander Schritt für Schritt wiederhergestellt wird. Heute kann ich mit meinem Vater über Dinge reden, die ich mich früher nicht getraut hab, sie vor ihm anzusprechen. Es ist erstaunlich, wie sehr Jesus Menschen von Grund auf verändern kann. Dies festigt mich wiederum in meiner Beziehung zu Jesus. Mittlerweile bin ich seit über einem Jahr hier auf dem Eyckmannshof und ohne Unterbrechung von Drogen frei. Im August habe ich nun eine Lehre als Buchbinderin begonnen. Das alte Leben hat keine Macht mehr über mich. Damit dies so bleibt, ist ein konkretes ´Nein´ notwendig zu allem, was Gottes Willen widerspricht. Wenn mich Leute fragen würden, ob es einen Ausweg aus einem Drogenleben gibt, kann ich voller Überzeugung behaupten: Ja, mit Jesus ist dies möglich. Er macht frei, genauso wie er es in seinem Wort in Johannes 8,36 versprochen hat: „Wenn euch der Sohn Gottes befreit, seid ihr wirklich frei.“ Ich freue mich über dieses neue Leben und bin gespannt auf alles, was mich mit Jesus noch erwartet. Mein Leben hat endlich einen Sinn!!!

Burcu Türkan